Algen an der Fassade entfernt ein Fachbetrieb für 8 bis 19 € pro Quadratmeter, je nach Material und Bewuchs. Beim Einfamilienhaus mit 150 m² Putzfassade und mittlerem Befall sind das 1.650 bis 2.100 € (Orientierungswerte, brutto). Die gute Nachricht vorweg: Algen zerstören den Putz nach heutigem Kenntnisstand nicht. Die schlechte: Sie kommen wieder, wenn niemand die Ursache angeht. Dieser Ratgeber erklärt, warum Fassaden grün werden, wie Sie Grünalgen von Schimmel, Flechten und Moos unterscheiden, wo Eigenarbeit endet und was die Algenentfernung an der Fassade kostet.
INHALT
- Warum wird die Fassade grün? Fünf Ursachen
- Grünalgen, Schwarzalgen, Rotalgen, Schimmel, Flechten, Moos: der Unterschied
- Algen am WDVS: Warum gedämmte Fassaden öfter grün werden
- Schadet Algenbewuchs der Fassade?
- Grünbelag an der Hauswand selbst entfernen: Was geht, wo die Grenze liegt
- Fassadenreinigung gegen Algen: So arbeitet ein Fachbetrieb
- Fassadenreinigung Algen: Kosten für das Einfamilienhaus
- Moos und Algen an der Fassade vorbeugen
Warum wird die Fassade grün? Fünf Ursachen
Eine grüne Fassade entsteht, wenn die Oberfläche zu lange feucht bleibt. Algen brauchen Licht, Wasser und ein paar Spurenelemente aus Staub und Regen. Mehr nicht. Den Kohlenstoff holen sie per Fotosynthese aus der Luft, nicht aus dem Putz. Sporen landen mit dem Wind auf jeder Fassade; sichtbar wird der Grünbelag erst dort, wo das Wasser nicht schnell genug abtrocknet.
Die Fachverbände für Putz, Farbe und Dämmung nennen in ihrem gemeinsamen Merkblatt zum mikrobiologischen Bewuchs eine Faustregel: Was trocken bleibt, bleibt algen- und pilzfrei. Fünf Faktoren halten die Fassade nass:
- Wärmedämmung (WDVS): Die Dämmung hält die Heizwärme im Haus. Der dünne Außenputz kühlt nachts unter die Lufttemperatur ab, unterschreitet den Taupunkt und beschlägt wie ein kaltes Glas. Dieses Tauwasser reicht den Algen.
- Nordseite und Wetterseite: Die Nordseite bekommt kaum Sonne und trocknet langsam. Die Wetterseite fängt Schlagregen.
- Bäume und Sträucher: Sie werfen Schatten, bremsen den Wind und liefern Sporen gleich mit.
- Fehlende Wasserführung: Kurze Dachüberstände, undichte Rinnen und Fensterbänke ohne ausreichende Tropfkante leiten Wasser über die Fläche.
- Ausgewaschene Biozide: Viele Fassadenfarben enthalten algenhemmende Filmschutzmittel. Der Regen wäscht sie über die Jahre aus. Danach hat der Bewuchs freie Bahn.
Saubere Luft fördert Algen. Seit Kraftwerke entschwefelt wurden und kaum noch saurer Regen fällt, finden Algen laut Fachmerkblatt deutlich bessere Bedingungen. Ein grünes Haus ist deshalb kein Zeichen von Vernachlässigung.
Grünalgen, Schwarzalgen, Rotalgen, Schimmel, Flechten, Moos: der Unterschied
Die Farbe des Belags verrät, welcher Organismus wächst, und damit, wie dringend Sie handeln müssen. Grünalgen sind auf Fassaden die häufigste Gruppe. Schwarze Beläge stammen oft von Pilzen oder Blaualgen, orange von der Luftalge Trentepohlia. Flechten und Moos brauchen Jahre, bis sie sichtbar werden, greifen dafür aber die Oberfläche an.
Die Unterscheidung entscheidet über das Mittel. Gegen Algen wirkt ein Algizid, gegen Pilze ein Fungizid, Flechten und Moos brauchen zusätzlich mechanische Reinigung. Ein Fachbetrieb bestimmt den Bewuchs bei der Besichtigung und wählt das Verfahren danach aus.
| Bewuchs | Aussehen | Typische Ursache | Gefahr für die Fassade |
|---|---|---|---|
| Grünalgen | grüner, abwischbarer Film, oft flächig auf Nordseiten | Tauwasser, Schatten, Feuchte | nach heutigem Kenntnisstand keine Substanzschäden, optischer Mangel |
| Schwarzalgen | schwarze Flecken und Läufer, oft unter Fenstern | Wasserablauf an Fensterbänken, Feuchte | optisch, Bewuchs hält sich hartnäckig |
| Rotalgen | orange bis rostrote Beläge | Luftalge Trentepohlia, verträgt Sonne | optisch, Verwechslung mit Rost möglich |
| Schimmel / Schwärzepilze | grauschwarz, teils fleckig oder in Ablaufspuren | Feuchte plus organischer Schmutz | in der Praxis keine Putzschäden bekannt |
| Flechten | krustig oder blattartig, gelb, orange, grau | lange ungestörtes Wachstum | im Einzelfall Schäden an Beschichtung und Putz |
| Moos | polsterartig, meist am Sockel | Spritzwasser, Schatten | Haftfäden können die Oberfläche schädigen |
VERTIEFEN:Schwarzalgen an der Fassade entfernen Rotalgen an der Fassade
Algen am WDVS: Warum gedämmte Fassaden öfter grün werden
Gedämmte Fassaden werden häufiger grün, weil ihre Oberfläche länger feucht bleibt. Das Fachmerkblatt der Putz-, Farben- und Dämmstoffverbände hält fest: Dämmung sorgt dafür, dass wenig Wärme nach außen dringt, und die Fassade trocknet langsamer ab. Die Dämmung arbeitet dabei korrekt. Sie lässt kaum Wärme nach außen, also fehlt dem Außenputz die Restwärme, die eine ungedämmte Wand nachts noch abgibt.
Dazu kommt die dünne Putzschicht. Dünne Oberputze kühlen schneller ab als dicke und speichern wenig Wärme. Laut Fachmerkblatt ist die Feuchtebelastung durch Tauwasser bei dicken Putzschichten auf WDVS deshalb kürzer. Für Sie heißt das: Bei der Reinigung zählt Schonung. Der dünne Oberputz verträgt keinen harten Wasserstrahl, und Risse lassen Wasser in die Dämmebene.
Schadet Algenbewuchs der Fassade?
Reiner Algenbewuchs schädigt die Fassade nach dem Stand der Technik nicht. Das Umweltbundesamt hält in seinen Merkblättern fest, dass Algen und Pilze die bauphysikalische Funktion der Fassade nicht beeinträchtigen. Baunetz Wissen ordnet den Bewuchs auf WDVS ebenfalls als optischen Mangel ein, nicht als Schaden.
Harmlos ist er trotzdem nicht. Erstens zeigt der Belag eine Feuchtestelle an: eine undichte Rinne, eine zu kurze Tropfkante, ein Strauch zu nah an der Wand. Zweitens wird es mit der Zeit teurer. Das Fachmerkblatt der Putz- und Farbenverbände warnt: Wer Bewuchs im Anfangsstadium nicht entfernt, braucht später meist chemische Mittel. Drittens folgen auf Algen gern Flechten und Moos, und die können Beschichtung und Putz tatsächlich angreifen.
Dazu kommt der Wert. Eine grün gestreifte Fassade prägt den ersten Eindruck jeder Immobilie, beim Verkauf genauso wie bei der Vermietung. Unsere Haltung: Grünbelag ist kein Notfall, aber ein klarer Auftrag, die Ursache zu suchen.
Algenbewuchs auf einer neuen Fassade ist nach Auffassung der Fachverbände in der Regel kein Baumangel, solange keine Algenfreiheit vertraglich vereinbart war und die Fassade nach den Regeln der Technik ausgeführt wurde. Im Streitfall klärt ein Sachverständiger, ob ein Ausführungsfehler vorliegt.
Grünbelag an der Hauswand selbst entfernen: Was geht, wo die Grenze liegt
Erster, dünner Grünbelag lässt sich mit Wasser und einer weichen Bürste entfernen. Genau das empfehlen die Fachverbände für partiellen Bewuchs am Sockel oder an Kellerabgängen. Bis zur Höhe, die Sie sicher vom Boden erreichen, ist das eine sinnvolle Eigenleistung.
Die Grenzen liegen bei Höhe, Fläche und Chemie. Ab dem ersten Obergeschoss brauchen Sie Gerüst oder Hubarbeitsbühne, die Leiter ist dort keine Arbeitsplattform. Biozidhaltige Grünbelagentferner sollten nach Empfehlung des Umweltbundesamts geschulte Fachleute verarbeiten: Pflanzen abdecken, kein Sprühen, keine Reste in Kanal oder Boden. Und der Hochdruckreiniger richtet auf weichem Putz und WDVS mehr Schaden an, als er nützt.
- Selbst: einzelne grüne Stellen bis etwa Kopfhöhe, mit Wasser und weicher Bürste
- Selbst: Ursachen beseitigen, also Rinnen reinigen, Sträucher zurückschneiden, Spritzwasser am Sockel reduzieren
- Fachbetrieb: ganze Fassadenseiten, alles oberhalb des Erdgeschosses
- Fachbetrieb: WDVS mit dünnem Oberputz, Schwarzalgen, Flechten, Moospolster
- Fachbetrieb: wenn biozide Mittel nötig sind und das Reinigungswasser aufgefangen werden muss
Mischen Sie nie Reiniger. Chlorhaltige Mittel und Säuren wie Essig setzen zusammen giftiges Chlorgas frei.
VERTIEFEN:Fassade reinigen mit Hausmitteln Fassade mit dem Hochdruckreiniger reinigen
Fassadenreinigung gegen Algen: So arbeitet ein Fachbetrieb
Ein seriöser Fachbetrieb beginnt mit der Ursache, nicht mit dem Reiniger. Das Fachmerkblatt verlangt ausdrücklich, bauliche Mängel vor der Behandlung zu beheben, sonst wächst der Bewuchs auf dieselben Stellen zurück. Der Ablauf folgt meist fünf Schritten:
| Verfahren | Geeignet für | Hinweis |
|---|---|---|
| Niederdruck mit Algizid | Putz, WDVS, empfindliche Flächen | üblicher Weg bei Algen auf gedämmten Fassaden |
| Heißwasser mit reduziertem Druck | Putz, Klinker, Naturstein | löst Fett und Schmutz, Druck an Untergrund anpassen |
| Bürste und Wasser | kleine Flächen, Sockel | für Anfangsbewuchs ausreichend |
| Hochdruck | robuster Klinker, Beton | auf WDVS und weichem Putz nicht geeignet |
- Bestandsaufnahme: Untergrund bestimmen (Putz, WDVS, Klinker), Bewuchsart erkennen, Feuchtequellen suchen
- Probefläche: Der Betrieb testet Verfahren und Mittel an einer kleinen Stelle und zeigt Ihnen das Ergebnis
- Algizid oder Fungizid auftragen: Das Mittel wirkt ein und tötet Algen und Pilze bis in die Poren ab
- Schonend reinigen: Niederdruck, Heißwasser oder Bürste lösen den abgestorbenen Belag, angepasst an den Untergrund
- Schutzbehandlung (optional): Ein Langzeitschutz oder eine Imprägnierung verzögert den Neubewuchs
Fragen Sie im Angebot nach, wie der Betrieb das Reinigungswasser auffängt und entsorgt. Das Fachmerkblatt verlangt, dass umweltgefährdende Stoffe nicht ins Erdreich gelangen. Ein erfahrener Betrieb beantwortet diese Frage ohne Zögern.
VERTIEFEN:WDVS-Fassade reinigen Verfahren der Fassadenreinigung
Fassadenreinigung Algen: Kosten für das Einfamilienhaus
Die Algenentfernung an einer Putzfassade kostet 8 bis 17 € pro Quadratmeter, an einer gedämmten Fassade 10 bis 19 €. Die Preise schließen die Algen- und Pilzbehandlung ein, nicht aber eine Schutzschicht. Die Tabelle rechnet mit 150 m² Fassadenfläche, einer typischen Größe beim Einfamilienhaus. Alle Werte sind Orientierungswerte, keine amtliche Statistik, brutto inkl. MwSt.
| 150 m² Fassade | leichter Bewuchs | mittlerer Bewuchs | starker Bewuchs |
|---|---|---|---|
| Putzfassade | 1.200-1.650 € | 1.650-2.100 € | 2.100-2.550 € |
| WDVS | 1.500-1.950 € | 1.950-2.400 € | 2.400-2.850 € |
| Schutzbehandlung zusätzlich | 450-1.200 € | 450-1.200 € | 450-1.200 € |
- Mindestauftrag: Viele Betriebe berechnen beim Einfamilienhaus 1.200-1.900 €, auch für kleine Flächen
- Hubarbeitsbühne ab drei Geschossen: 250-600 € pro Einsatztag, oft im Festpreis enthalten
- Großobjekte ab 500 m²: Staffelpreise von 7-11 € pro m²
- Vergleich Neuanstrich inkl. Gerüst: 30-60 € pro m², also 4.500-9.000 € für 150 m²
VERTIEFEN:Fassadenreinigung Kosten Fassade reinigen oder streichen?
Moos und Algen an der Fassade vorbeugen
Die wirksamste Vorbeugung ist eine trockene Fassade, nicht das stärkste Mittel. Eine Biozidbehandlung allein hält nach Angaben von Baunetz Wissen ohne bauliche Änderungen etwa drei Jahre. Wer zusätzlich die Feuchtequellen abstellt, gewinnt deutlich mehr Zeit. Diese Maßnahmen empfehlen die Fachverbände:
- Dachrinnen, Fallrohre und Fensterbänke regelmäßig reinigen und auf Dichtheit prüfen
- Büsche und Bäume so zurückschneiden, dass Äste die Wand nicht berühren
- Beete und Erdreich nicht direkt an die Fassade führen, Spritzschutz am Sockel anlegen
- Schnee im Winter nicht an der Fassade auftürmen
- Fassade alle ein bis zwei Jahre kontrollieren und ersten Belag gleich abwaschen
- beim nächsten Anstrich über biozidfreie Systeme oder verkapselte Wirkstoffe beraten lassen
Das Umweltbundesamt empfiehlt Heimwerkern Farben ohne Filmschutzmittel. Erkennbar sind biozidhaltige Produkte an Hinweisen wie „filmgeschützt“ oder einem GISCODE mit „F“.
VERTIEFEN:Fassadenimprägnierung Fassadenreinigung beauftragen
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
Algen an der Fassade sind ein optischer Mangel und ein Feuchtesignal, kein Grund zur Panik. Kleine Stellen bürsten Sie selbst ab, ganze Fassaden und WDVS gehören in die Hand eines erfahrenen Fachbetriebs, der zuerst die Ursache sucht. Ein passendes Angebot für Ihre Fassade erhalten Sie über eine kostenlose BRILLAVA-Anfrage.
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BRILLAVA Redaktion
Marktdaten und Preisspannen basieren auf laufenden Auswertungen von Suchanfragen, veröffentlichten Anbieterpreisen und Angeboten aus der Reinigungsbranche. Preisangaben sind Orientierungswerte, verbindlich ist das Angebot nach Besichtigung. Vertrauen. Sorgfalt. Glanz.
